Archiv für Januar 2008

26
Jan
08

Angststörung

Angst wird zur Krankheit wenn

man stark unter ihr leidet oder sie unangemessen stark in Bezug auf den Auslöser ist, oder ohne Grund auftritt nicht durch die Vernunft erklärt oder den Willen beseitigt werden kann, sie jeder Hinsicht in bezug auf den Auslöser unverhältnismäßig ist.
Sie zu häufig und zu lange auftritt man befürchtet die Kontrolle zu verlieren, man Angstsituationen vermeiden muss mit einer nennenswerten Einschränkung des täglichen Lebens.

Die Probleme kennt tatsächlich jeder, aber nicht in dem Ausmaß, in dem solche Symptome den Angstkranken überfallen. Zur Krankheit wird es dann, wenn der Betroffene es selber nicht mehr kontrollieren kann, wenn er stark darunter leidet und wenn sein Leben wirklich beeinträchtigt wird.

Angst ist eines der häufigsten psychopathologischen Symptome. Es muss zwischen einzelnen Angstsymptomen Angssymptome, Angsterkrankung,und Angsterkrankungen unterschieden werden.

Die für Panikattacken typische Angst unterscheidet sich von generalisierter Angst dadurch, dass sie anfallsweise auftritt, innerhalb kurzer Zeit einen Gipfel erreicht und typischerweise ausgeprägter ist.

Man unterscheidet:

  1. spontane Panikattacken, bei denen das Einsetzen der Panikattacke nicht von situativen Auslösern abhängt (d.h. tritt spontan, „wie aus heiterem Himmel“, auf);
  2. situationsgebundene (ausgelöste) Panikattacken, die fast immer direkt bei der Konfrontation mit dem situativen Reiz oder Auslöser oder dessen Vorstellung auftreten (z. B. führt der Anblick einer Schlange oder eines Hundes jedes Mal sofort zu einer Panikattacke)
  3. und situationsbegünstigte Panikattacken, deren Auftreten bei der Konfrontation mit einem situativen Reiz oder Auslöser wahrscheinlicher ist, die aber nicht immer mit dem Reiz assoziiert sind und nicht notwendigerweise sofort nach der Konfrontation auftreten (z.B. wenn Attacken häufig beim Autofahren auftreten, die Person jedoch auch Autofahrten ohne Panikattacken erlebt oder wenn es erst eine halbe Stunde nach Beginn der Autofahrt zu einer Panikattacke kommt).

Klassifikation der Angststörungen

Gab es früher nur die Angstneurose und die Phobien (davon allerdings mehr als 200), wird jetzt durch die Klassifikations-Vorschläge der tonangebenden Institutionen Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit ICD-10 sowie Psychiatrische Amerikanische Vereinigung (APA) mit DSM-IV einigermaßen scharf getrennt und damit diagnostiziert und therapiert.

So unterscheidet man erst einmal ganz allgemein die

  1. angemessene, also „normale“ Angst die Angststörungen auf organischer Grundlage: am häufigsten internistische und neurologische Erkrankungen wie Hyperthyreose (Überfunktion der Schilddrüse), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Herz- und Kreislaufkrankheiten, Migräne, Multiple Sklerose, Epilepsie, Hirntumoren usw. sowie
  2. Angstzustände auf psychischer Grundlage: Depressionen (hier vor allem zunehmend Panikattacken, die dem depressiven Syndrom nicht selten vorausgehen), ferner Schizophrenien, Persönlichkeits- und Anpassungsstörungen, Alkoholismus, Rauschdrogenkonsum und Medikamentenabhängigkeit, dementielle Entwicklungen u. a. und
    als letzte und wahrscheinlich wichtigste Gruppe die so genannten primären Angststörungen.

Bei den primären Angststörungen sind es vor allem die

    • generalisierten Angststörungen
    • das Panik-Syndrom
    • die Agoraphobie
    • die Sozialphobie
    • die spezifischen Phobien
    • die Zwangsstörungen
    • die posttraumatischen Belastungsreaktion bzw. -störungen.

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26
Jan
08

Zahlen zu Essstörungen

Häufigkeit und Verbreitung

Knapp zwei Drittel aller weiblichen Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr haben nach Angaben der Ärztekammer Niedersachsen mindestens einmal eine Diät zur Gewichtsreduzierung gemacht. Nach diesen Angaben leiden allein in Deutschland mindestens 220.000 Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren an Magersucht (Anorexie) oder Ess-Brechsucht (Bulimie). Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) in Aachen gibt an, dass in Deutschland etwa 3,7 Millionen Menschen unter gefährlichem Untergewicht leiden. Von Untergewicht seien in Deutschland vor allem Senioren, Krebs-, Dialyse- und HIV-/Aids-Patienten sowie Magersüchtige betroffen, teilt das Institut mit. In Deutschland leiden nach Angaben des Instituts über 100.000 Menschen, insbesondere Frauen zwischen 15 und 35 Jahren, an Magersucht, 600.000 Frauen und Männer an der Fress-Brech-Sucht (Bulimia nervosa). Die Zahl der magersüchtigen Männer liege bei fünf bis zehn Prozent – mit steigender Tendenz. Die Universität Ulm beziffert die die Häufigkeit in der weiblichen Bevölkerung zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr für Anorexie mit 0,5-1%, für Bulimie mit 3-4% und für Esssucht mit 6 % und verzeichnet einen zunehmenden Anteil männlicher Betroffener.

Heilungschancen und Prognosen

Eine Studie der Universität Heidelberg hat ergeben, dass nur die Hälfte der an Magersucht erkrankten Personen vollständig geheilt werden. Nach einem Bericht der oberösterreichischen Nachrichten können rund 50 Prozent der an Bulimie erkrankten Frauen geheilt werden. Bei 20 Prozent chronifiziert sich das Leiden und 30 Prozent entwickeln andere Symptome wie etwa
Depressionen. Ulmer Forschern ermittelten aktuelle Heilungsquoten (definiert als weitgehende Symptomfreiheit) von 12% aus Sicht der Therapeuten bzw. 11% aus Sicht der Patientinnen, die bei der Folgeuntersuchung der betreffenden Patienten nach zweieinhalb Jahren auf 36% bzw. 33% anstieg. Wesentlich bessere initiale Erfolgsaussichten verzeichnet der Ulmer Studie zufolge die Therapie der Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa): von den Bulimikerinnen waren zu Therapieende 45% bzw. 31% als weitgehend symptomfrei eingeschätzt worden. Allerdings sackte bis zur 2,5-Jahres-Untersuchung die Heilungsquote auf 36% bzw. 22% ab. Das bedeutet, dass nach diesen Zahlen zwei Drittel der Erkrankten nicht geheilt werden können. Allerdings verspricht eine möglichst frühzeitige Behandung die größten Heilungschancen.

Nach der Ärztekammer Niedersachsen verläuft eine Essstörung bei rund 16,8 Prozent der Betroffenen tödlich. Das Deutsche Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET) gibt an, dass bis zu 15 Prozent der Magersüchtigen an den Folgen der Erkrankung sterben. Laut der Studie der Universität Heidelberg stirbt jede sechste schwer erkrankte Magersüchtige an den Folgen der Krankheit. Als häufigste Todesursachen erwiesen sich Infektionen, Unterernährung, Wasser- und Elektrolytverlust sowie Selbstmord. Die Universität Ulm berichtet, dass mit einer Sterblichkeitsrate von 15 bis 20 Prozent die Anorexie mehr Opfer als jede andere psychiatrische oder psychosomatische Störung fordert.

Kosten

Die jährlichen Gesamtkosten für Anorexie und Bulimie in Deutschland werden auf bis zu 553 Millionen Mark beziffert.

Quelle: Hungrig-Online e.V. info@hungrig-online.de  Information und Kommunikation bei Essstörungen. 
26
Jan
08

Set-Point-Theorie

Warum Diäten meist erfolglos bleiben

Nach dieser Theorie hat jeder Mensch ein bestimmtes Körpergewicht, bei dem es ihm relativ gut geht und welches vom Stoffwechsel unter normalen Bedingungen erstaunlich konstant gehalten wird. Die Höhe dieses Gewichtes wird als Set-Point bezeichnet. Sein genauer Wert ist wahrscheinlich angeboren und kann dauerhaft nicht wesentlich beeinflusst werden, ohne dass gesundheitliche Probleme auftreten. Man könnte sagen, der Körper sei gewissermaßen „bemüht“, das für ihn stabile und insofern auch „normale“ Ausgangsgewicht – den Set-Point eben – zu behalten.

Man kann zwar kurzfristig Abnehmen, langfristig wird der Körper aber immer wieder das stabile Ausgangsgewicht anstreben, um negativen Folgen zu entgehen. Das gleiche gilt auch für die andere Richtung; bei einer starken Gewichtszunahme. Es kommt zu Stoffwechselveränderungen, so dass über längere Zeit gesehen wieder das „normale“ Gewicht ereicht wird.

Studien die diese Theorie belegen sind keineswegs neu – schon in den 50er und 60er Jahren wurden die Auswirkungen von Reduktionsdiäten bzw. einer hochkalorischen Ernährung und deren Auswirkungen auf das Gewicht und die Psyche, untersucht.

26
Jan
08

Weltweite Charta für Essstörungen, Online-Unterstützung

Die Weltweite Charta für Essstörungen wurde im Juni 2006 auf dem Weltkongress der Academy for Eating Disorders (AED) in Barcelona verabschiedet und von der Österreichischen Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES) und dem Netzwerk Essstörungen (Innsbruck) mitunterzeichnet.Diese Charta beinhaltet die Rechte und berechtigten Erwartungen von Menschen mit Essstörungen und zeigt, dass es auf der ganzen Welt gemeinsame Prinzipien gibt, die Essgestörte, ihre Angehörigen und ihre Behandler verbinden.

Die Österreichische Gesellschaft für Essstörungen (ÖGES) und das Netzwerk Essstörungen sind die nationalen Kontaktstellen der Charta für Österreich; sie haben auch die Möglichkeit der Online-Unterstützung für den deutschsprachigen Raum eingerichtet. Die Charta ist der Beginn einer konzertierten Aktion, die die Regierungen, die öffentliche Gesundheitsversorgung und alle jene, die sich für Essgestörte und ihre Angehörigen einsetzen und sie unterstützen, dazu aufruft, die angegebenen Standards der Behandlungsqualität, der Aufklärung und Prävention umzusetzen.

Charta zum download

Dipl.-Psych. Andreas SchnebelVorsitzender des BFE

26
Jan
08

Quick-Check Essstörungen

Test: Bin ich essgestört?

Sind Sie oder Ihre Kinder bzw. Angehörige in der Gefahr, ein gestörtes Essverhalten zu entwickeln? Oder stecken sie womöglich schon mittendrin?
Wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Verhaltensweisen an sich selbst oder anderen beobachtet haben – und zwar nicht nur für ein paar Tage, sondern schon seit mehreren Monaten – dann sind das deutliche Hinweise dafür, dass das Essverhalten gestört ist und Sie unbedingt etwas unternehmen sollten:

1. Essen ist mit Ängsten verbunden: Sie haben ständig Angst, zuviel zu essen und dadurch zuzunehmen. Sie kontrollieren ihr  Gewicht sehr streng und ändern Ihr Essverhalten bei einer geringfügigen Zunahme sofort.

2. Essen gegen den Stress: Sie neigen dazu, Misserfolge, Enttäuschungen und andere negative Gefühle durch Essen zu kompensieren – das berühmte „Frustessen“.

3. Essen beherrscht Ihr Denken: Sie sind von morgens bis abends nur damit beschäftigt, Kalorien zu zählen und Ihre Mahlzeiten zu planen. Sie verwenden so viel Energie darauf, dass andere Dinge zu kurz kommen.

4. Essen mit Kontrollzwang: Spontan etwas zu Essen, weil Sie Lust darauf haben und es einfach nur zu genießen, das können Sie schon gar nicht mehr. Sie halten sich an strenge Diätpläne und teilen Lebensmittel ganz genau in „erlaubte“ und „verbotene“ ein.

5. Essen als unbekannte Größe: Sie können nicht mehr einschätzen, wie groß eine vernünftige Mahlzeit ist. Manchmal stürzt Sie schon eine kleine Menge von süßem oder fettem Essen in fürchterliche Gewissenskonflikte.

6. Essen ohne Gefühle: Sie haben schon lange keine Hungergefühle mehr verspürt und/oder wissen nicht mehr, wie es ist, sich angenehm „satt“ zu fühlen, weil Sie regelmäßig über die Sättigung hinaus essen.

7. Essen außer Kontrolle: Sie essen nicht in regelmäßigen Abständen oder zu festgelegten Mahlzeiten, sondern mal viel, mal wenig, mal direkt aus dem Kühlschrank, ohne einen Überblick darüber zu behalten. Oder Ihr ansonsten sehr kontrolliertes Essverhalten wird durch Heißhungeranfälle unterbrochen. Sie leiden darunter, dass Sie völlig die Kontrolle über sich verlieren.

26
Jan
08

Atypische Essstörungen

Darunter fallen Essstörungen, auf die nicht alle Merkmale eines Krankheitsbilds zutreffen oder bei denen die Merkmale mehrerer Krankheitsbilder gemeinsam auftreten. Für Betroffene ist der Hinweis wichtig, dass es sich auch in diesem Fall um  behandlungs-bedürftige Essstörungen handeln kann.

Zu den atypischen Essstörungen werden auch die Pica-Störung sowie der psychogene Appetitverlust gerechnet.

26
Jan
08

Geschützt: Adipositas (gilt nicht als Essstörung im allgemeinen Sinn)

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26
Jan
08

Geschützt: Binge-Eating-Störung

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26
Jan
08

Geschützt: Bulimie – Bulimia nervosa

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26
Jan
08

Geschützt: Magersucht – Anorexia nervosa

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